Roastbeef mit Kürbis-Meerrettich-Creme
Es gibt Gerichte, die nach Familie riechen, bevor sie überhaupt auf dem Tisch stehen. Ein Roastbeef aus dem Ofen gehört genau dazu: ein großes Stück Fleisch, das in Ruhe gart, dazu eine cremige Beilage, die man mit dem Brot aus der Schüssel tunkt. Kürbis und Meerrettich bilden ein herzhaftes Paar, das kräftig schmeckt und trotzdem angenehm leicht bleibt.
Das Rezept ist ein schönes Beispiel für traditionelle Hausmannskost mit Sorgfalt. Das Stück bekommt zuerst eine kräftige Kruste in der Pfanne, bevor es schonend im Ofen zu Ende gart. Die Creme entsteht unterdessen aus einfachen Zutaten. Damit das Ergebnis gelingt, lohnt sich ein genauer Blick auf Fleisch, Kerntemperatur und Konsistenz.
Das richtige Stück Fleisch und die Würzung
Für ein Roastbeef am Stück zählt vor allem Gleichmäßigkeit. Ein Stück mit gleichbleibender Dicke gart gleichmäßig durch, sodass die Ränder nicht grau werden, während die Mitte noch kühl ist. Achte beim Einkauf auf eine schöne Fettschicht, die beim Anbraten Aroma abgibt.
Das trockene Tupfen mit Küchenpapier wirkt unscheinbar, hat aber große Wirkung. Feuchtigkeit auf der Oberfläche verhindert, dass sich schnell eine Kruste bildet, und das Fleisch gart eher im eigenen Saft. Das grobe Meersalz und der frisch gemahlene Pfeffer bringen Struktur auf die Oberfläche. Großzügig würzen reicht, denn der Geschmack entsteht vor allem durch die Kruste.
Kruste, Kern und die richtige Hitze
Die Pfanne sollte gut heiß sein, bevor das Fleisch hineinkommt, sonst brät es eher, als dass es eine dunkle Kruste bekommt. Butterschmalz eignet sich dafür gut, weil es hohe Hitze verträgt. Knoblauch und Thymian kommen erst gegen Ende des Anbratens dazu. Wenn du das aufschäumende Fett mit einem Löffel über das Fleisch gießt, nimmt es die Aromen auf und überzieht die Oberfläche gleichmäßig.
Verlass dich beim Garen nicht allein auf das Auge, sondern auf ein Fleischthermometer. Die Kerntemperatur, in der dicksten Stelle gemessen, entscheidet über den rosa Kern. Ein zu lang gegartes Roastbeef wird schnell grau und trocken, und das lässt sich später nicht mehr korrigieren. Lass das Stück nach dem Ofen ruhen, bevor du es anschneidest, damit sich der Saft verteilt. Geschnitten wird quer zur Faser.

Eine Kürbiscreme mit Charakter
Hokkaido eignet sich für diese Creme besonders gut, weil seine Schale beim Garen weich wird und beim Pürieren nicht stört. Das Fruchtfleisch zerfällt zu einer feinen, sämigen Masse. Die Zwiebel bringt die nötige Grundwürze, die Gemüsebrühe trägt den Kürbis, und die Butter sorgt für einen runden Geschmack.
Der wichtigste Trick betrifft den Meerrettich: Er gehört erst nach dem Pürieren hinein, damit er frisch und scharf bleibt. Meerrettich aus dem Glas sollte gut abgetropft sein, sonst wird die Creme wässrig. Zitronensaft und Muskatnuss heben den Geschmack an, ohne ihn schwer zu machen. Ist die Creme zu fest, hilft ein Schuss Brühe. Wichtig ist, dass sie nicht mehr kocht, denn die Crème fraîche kann dann gerinnen.
Fehler vermeiden und stimmig servieren
Die häufigsten Stolpersteine sind schnell benannt: zu nasses Fleisch, zu wenig Hitze beim Anbraten, zu frühes Anschneiden und eine Creme, die zu heiß wird. Wenn du diese Punkte im Blick behältst, ist das Gericht schon fast gelungen.
Serviere die Creme warm, aber nicht kochend, und reiche das Roastbeef direkt dazu. Salz und Pfeffer schmeckst du am Ende noch einmal ab, denn Meerrettich ist je nach Glas unterschiedlich kräftig. So wird aus einem einfachen Sonntagsessen ein Gericht, das man gern wiederholt.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass das Roastbeef fertig ist?
Am zuverlässigsten zeigt es ein Fleischthermometer, das du in die dickste Stelle steckst. Entscheidend ist die Kerntemperatur, nicht die Garzeit, denn Dicke und Form des Stücks verändern die Dauer. Ein rosa Kern ist das Ziel, während zu lange Hitze das Fleisch deutlich grau werden lässt.
Warum wird der Meerrettich erst nach dem Pürieren untergerührt?
So bleibt seine Schärfe frisch und kräftig, denn lange Hitze und Bearbeitung können sie abschwächen. Außerdem lässt sich die Creme dadurch besser abschmecken. Der Meerrettich sollte gut abgetropft sein, damit die Konsistenz cremig bleibt.
Warum sollte das Fleisch nach dem Garen ruhen?
Während der Ruhezeit verteilt sich der Fleischsaft gleichmäßig im Stück, statt beim Anschneiden auszulaufen. Locker mit Alufolie abgedeckt bleibt es warm. So bleiben die dünnen Scheiben saftig und aromatisch, und jede Portion wirkt harmonisch.
Roastbeef mit Kürbis-Meerrettich-Creme
Gang: HauptgerichtKüche: DeutschSchwierigkeit: Mittel4
Portionen20
Minuten1
Stunde21
Minuten500
kcal2
Stunden11
MinutenEin am Stück im Ofen gegarter Rinder-Roastbeef wird scharf angebraten, bei 120 °C auf etwa 52 bis 54 °C Kerntemperatur gegart und in dünne Scheiben geschnitten. Dazu gibt es eine cremige Creme aus Hokkaido-Kürbis, Zwiebel und Gemüsebrühe, verfeinert mit Crème fraîche und Meerrettich.
Zutaten
- Roastbeef
1 kg Rinder-Roastbeef am Stück
1 EL Butterschmalz
1 TL grobes Meersalz
1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 Knoblauchzehe
2 Zweige Thymian
- Kürbis-Meerrettich-Creme
400 g Hokkaido-Kürbis
1 kleine Zwiebel
1 EL Butter
250 ml Gemüsebrühe
100 g Crème fraîche
2 EL Meerrettich aus dem Glas, gut abgetropft
1 TL Zitronensaft
1 Prise gemahlene Muskatnuss
Salz und Pfeffer zum Abschmecken
Zubereitung
- Roastbeef
- Das Roastbeef 30 Minuten vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen, mit Küchenpapier trocken tupfen und rundum mit dem groben Meersalz und dem Pfeffer würzen.
- Den Backofen auf 120 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Das Butterschmalz in einer großen, ofenfesten Pfanne bei mittlerer bis starker Hitze erhitzen. Das Roastbeef darin rundum etwa 1 bis 2 Minuten pro Seite kräftig anbraten, bis eine braune Kruste entsteht, insgesamt etwa 6 Minuten.
- In den letzten 2 Minuten des Anbratens die angedrückte Knoblauchzehe und die Thymianzweige zugeben und das Fleisch mit dem aufschäumenden Fett übergießen.
- Die Pfanne in den Ofen schieben und das Roastbeef 60 Minuten garen, bis die Kerntemperatur 52 bis 54 °C erreicht. Die Kerntemperatur mit einem Fleischthermometer in der dicksten Stelle messen.
- Kürbis-Meerrettich-Creme
- Während das Roastbeef im Ofen gart, den Hokkaido längs durchschneiden, die Kerne mit einem Löffel entfernen und das Fruchtfleisch in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Die Schale kann dranbleiben.
- Die Zwiebel fein würfeln und in einem Topf mit der Butter bei mittlerer Hitze kurz andünsten, bis sie glasig ist.
- Die Kürbiswürfel zugeben, kurz mitdünsten, mit der Gemüsebrühe ablöschen und zugedeckt bei schwacher Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis sehr weich ist.
- Den Topf vom Herd nehmen und den Kürbis mit einem Stabmixer fein pürieren. Die Crème fraîche unterrühren und die Creme nicht mehr kochen lassen.
- Den Meerrettich, den Zitronensaft und die Muskatnuss unterrühren und die Creme mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist die Creme zu dick, mit einem Schuss Gemüsebrühe verdünnen.
- Anrichten
- Das Roastbeef aus dem Ofen nehmen, locker mit Alufolie abdecken und 15 Minuten ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft verteilt.
- Das Roastbeef quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden und mit der warmen Kürbis-Meerrettich-Creme servieren.
Hinweise
- Die Garzeit hängt von Dicke und Form des Stücks ab. Maßgeblich ist die Kerntemperatur: 52 bis 54 °C ergeben einen rosa Kern, ab etwa 58 °C wird das Fleisch deutlich grau.
- Das Roastbeef vor dem Anbraten trocken tupfen, damit sich rasch eine Kruste bildet und das Fleisch nicht im eigenen Saft gart.
- Den Meerrettich erst nach dem Pürieren unterrühren, damit die Creme frisch und scharf schmeckt. Die Creme nicht mehr kochen lassen, da die Crème fraîche sonst gerinnen kann.
- Die Creme lässt sich bei Bedarf einen Tag im Voraus zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Servieren langsam erwärmen und mit etwas Brühe glatt rühren.








